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„Die Situation ist dramatisch.”

Eine Kolumne von Berliner Zinner feat. Mehlhose 

Die Corona-Krise trifft die Berliner Gastronomie mit voller Wucht. Keine Gäste bedeutet in den meisten Fällen keine Einnahmen. Die einzige Möglichkeit, zumindest einen Teil der Verluste auszugleichen, ist der Aufbau eines Lieferservices. Hinzu kommt die Sorge um die eigenen Mitarbeiter: Wer keinen Umsatz generiert, kann auch niemanden bezahlen. Seit der Berliner Senat die Zwangsschließungen beschlossen hat, herrscht bei vielen Gastronomen Überlebensangst. Es stellt sich die Frage, wie viele der rund 20.000 Betriebe in Berlin, ihre Türen nach der Krise wieder öffnen können.

Mittendrin im täglichen Corona-Wahnsinn befindet sich Michael Landeck, Gründer von Koshary Lux. Sein junges Restaurant (gegründet 2015) serviert klassische Gerichte der nordafrikanischen Küche und eigene Interpretationen dieser Spezialitäten. Mit Erfolg: Vor der Corona-Krise plante Landeck, der Koshary Lux zusammen mit seiner Frau führt, ein zweites Restaurant zu eröffnen. Doch die neue Situation treibt auch ihn an seine Grenzen. „Es kommt kein Geld rein. Wir sind kein großes Unternehmen mit 100.000 Euro Rücklagen auf dem Geschäftskonto“, sagte er. „Das trifft einen dann schon sehr hart. Wir hatten einen Umsatzeinbruch von 90 Prozent.“

Hoffnungsschimmer durch Sofort-Hilfe

Gerade darum ist er so dankbar für die Gutschein-Aktion von Helfen.Berlin. Zuspruch gäbe es derzeit von allen Seiten, aber im Gegensatz dazu sei das Projekt eine Sache, die sofort hilft. „Das ist das, was bei uns am allerbesten läuft“, sagte er. „So etwas komplett pro bono aus der Erde zu stampfen, ist einfach super. Wir haben innerhalb einer Woche 30 Gutscheine im Wert von 600 Euro verkauft. Für uns ist das eine Super-Sache.“ 

Landeck machte auch klar, dass alle Hilfe nicht ausreichen wird, um seine Umsatzeinbußen komplett auszugleichen. Aber die Unterstützung durch Helfen.Berlin sei ein echter Hoffnungsschimmer in schwierigen Zeiten. „In der Gastronomie ist die Situation schon dramatisch“, sagte er. „Aber ich halte nichts davon, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken. Ich nutze die freie Zeit, die ich durch die Krise habe, um zusammen mit unserem ägyptischen Koch Sandwiches für unser neues Restaurant zu entwickeln.“ 

Der Podcast „Berliner Zinner featuring Mehlhose“ unterstützt Helfen.Berlin mit einer Interview-Serie, in der die Betroffenen zu Wort kommen. Ziel ist es ein Bewusstsein für die Probleme von Gastronomen, Einzelhändlern und Kleinunternehmern zu schaffen. Alle Interviews der Serie gibt es im Berliner Zinner